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Liebe Leserinnen und Leser,

in einer kleinen Geschichte wird ein Junge, der aus dem Kindergottesdienst kommt, von einem Mann verspottet: „Wenn du mir sagen kannst, wo Gott ist, bekommst du von mir 1 €.“ Worauf der Junge antwortet: „Und wenn Sie mir sagen, wo Gott nicht ist, gebe ich Ihnen 10 €.“

Vor einiger Zeit habe ich diese Frage im Gottesdienst an-gewendet und denen Geld versprochen, die mir nach dem Gottesdienst sagen, wo Gott nicht ist. Ich bin das Geld auch los geworden: 2 mal 5 €. Die erste Antwort war: Gott ist nicht im Bösen / in der bösen Tat. Die zweite: Gott ist nicht in der Hölle.

Beide Antworten leuchten ein, bedürfen aber jeweils einer Anmerkung. Die Hölle ist in der Bibel das „Reich des Todes“. In Psalm 139 heißt es: „…und bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.“ Zum anderen: das Böse / die böse Tat ist nicht ewig. Es setzt Gott keine Grenze. „Ihr gedachtet es böse zu machen, aber Gott dachte, es gut zu machen“, sagte Joseph zu seinen Brüdern. Gott kann auf unseren krummen Linien gerade schreiben. So schrieb auch Dietrich Bonhoeffer in einem persönlichen Glaubensbekenntnis: „Ich glaube, dass Gott auch aus dem Bösesten etwas Gutes machen kann.“ Beide Anmerkungen rücken die Antworten ins rechte Licht und lassen etwas ahnen von Gottes Macht und Ehre.

In den letzten Monaten ist zu spüren, dass viele Menschen in Angst und Sorgen sind. Die Verschiebungen im Gefüge der Weltpolitik geben dazu Anlass. Die nationale Idee erstarkt. Solidarität bröckelt. Krisen und Kriege scheinen eine Eigenmacht zu haben, die wenig Anlass gibt, auf Entspannung und Frieden zu hoffen.

Menschen des Glaubens sollten sich aber nicht den Blick für Gottes Möglichkeiten trüben lassen. Ein Beispiel: der Mauerfall vor bald 30 Jahren. Kerzen und Gebete haben diese friedliche Revolution bewirkt. Menschen des Glaubens starren nicht wie das Kaninchen gebannt auf die Schlange, sondern richten den Blick auf Gott. Aus diesem Vertrauen heraus hat Paul Gerhard in dem Lied „Befiehl du deine Wege“ gedichtet: „Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl.“

Dass diese Sicht Sie zuversichtlich stimmt, wenn Sie an die Zukunft denken, wünscht Ihnen mit freundlichen Grüßen,

 

Ihr Pastor       ArneFindeisen_Unter

 

 

 

 


Den aktuellen Gemeindebrief finden Sie hier: Gemeindebrief


 

bibel„Wort und Antwort“

Das Gesprächsforum über Gott, die Welt

und die Predigt für den kommenden Sonntag.

Wir treffen uns am 1. Mittwoch eines Monats um 19.30 Uhr im Gemeindezentrum. Im Mittelpunkt des Gespräches mit Pastor Findeisen steht der Predigttext des kommenden Sonntags. Eine gute Gelegenheit, verschiedene wesentliche Texte der Bibel kennen zu lernen. Wir suchen Antworten auf unsere Fragen und sind gespannt, was am Sonntag daraus wird.